09.02.2010

Mein Stricklebenslauf und warum ich das Tüchersticken liebe!

Aaaalso, ich möchte mal etwas weiter ausholen. Ich wollte schon immer stricken können, habe es aber in der Schule nie gelernt. Nach meiner Ausbildung, einem Umzug und viel Stress habe ich mir dann in einem Bastelgeschäft mein erstes Strickset gekauft, in dem drei Knäule Wolle, eine Rundstricknadel und eine Anleitung für einen kraus rechts (sagte mir damals noch gar nichts) gestricken Schal enthalten waren. Mit Hilfe dieser Anleitung und meiner geduldigen Mutter ist auch tatsächlich ein einfacher Schal daraus geworden! Allerdings sind mir dauernd Maschen verloren gegangen und meine Mutter musste sie vier Reihen tiefer wieder aufgabeln. ;-)

Nachdem ich dieses erste Strickprojekt geschafft hatte, wollte ich unbedingt mehr stricken und habe jede Menge einfache Schals gestrickt. Als nächstes kam dann ein Pullover, frei nach Schnauze, und er sah gar nicht so schlecht aus! Ich habe ihn auch einmal getragen und Komplimente bekommen (wirklich!). Allerdings wusste ich um die vielen Fehler im Pullover und habe ihn danach auch nie wieder getragen. Es folgten weitere Pullover und zwar diesmal nach Anleitung. Eine Strickjacke mit Kapuze und Zopfmuster ist besonders schön geworden und ich habe sie heute noch im Schrank liegen. Ich muss allerdings gestehen, dass ich sie nur ca. einmal im Jahr trage, aus Angst, dass dieses kostbare Stück Arbeit sich abnutzen könnte.

Und dann traute ich mich an das, was ich eigentlich schon immer wollte: Socken stricken! Leider hatte ich nie eine Oma, die mich mit selbstgestrickten Socken beschenkt hat und so musste ich selber tätig werden. Dank toller Anleitungen aus dem Internet habe ich mir das Sockenstricken (ich habe vorher noch nie ein Nadelspiel in der Hand gehalten) selber beigebracht. Und auch die Bumerang-Ferse habe ich tatsächlich im ersten Versuch hinbekommen! Von da an nadelte ich im Herbst und Winter viele Paare Socken. Im Frühjahr und Sommer strickte ich kaum. Im darauffolgenden Herbst war mein Strickprojekt ein modischer Wollmantel in dunkelgrau. Jede Menge Wolle und Arbeit später probierte ich den Mantel an und stellte fest, dass er mir viel zu klein war. Ich strickte noch einen Schalkragen an den Mantel, aber es half alles nichts und nach nur einem mal unglücklichen Tragens landete der Mantel in der Ecke. Von da an war meine Stricklust deutlich gesunken. Erst im letzten Sommer hat mir das Sockenstricken wieder richtig Spaß gemacht, weil ich in einem kleinen Dorf in den Bergen Urlaub gemacht habe und einfach außer Wandern und Wolle verstricken nicht viel anderes zu tun hatte! Nach 3 Paar Socken in 10 Tagen langweilte mich das aber und ich suchte neue Herausforderungen. Nach der Enttäuschung mit dem Strickmantel wollte ich es nicht nochmal mit Kleidung versuchen, da ich nicht gut darin bin, etwas auch in meiner Größe passend zu stricken!

Ich durchstöberte viele Blogs und stieß immer wieder auf schöne Lace Tücher. Ich fand sie ja von Anfang an schön anzusehen, aber sie kamen für mich doch sehr altbacken und omamäßig rüber. Außerdem, wo sollte ich so ein großes Umhängetuch tragen? Doch meine Meinung änderte sich, als ich auf dem Blog einer jungen Frau sah, dass diese ein Lace Tuch locker flockig um den Hals geschlungen trug. Das war ja perfekt! Genauso könnte ich so ein Tuch auch tragen! Eine Anleitung hatte ich schnell gefunden und mein erstes Tuch war ein Kiri Shawl aus grauer Evilla Wolle. Die Wolle hat mir gar nicht zugesagt, aber zu sehen, wie das Tuch wächst, langsam ein Muster sichtbar wird und die Maschenzahl ins Unendliche wächst, hat mir viel Spaß gemacht. Trotz der Fehler im Tuch ist es schön geworden und ich musste gleich Wolle für ein zweites Tuch bestellen. Dieses Tuch war ebenfalls ein Kiri Shawl und von da an hatte ich das Prinzip mit dem Mustersatz lesen und dem Stricken solcher Tücher verstanden. Es folgten viele weitere Wollbestellungen. Man kann auch sagen, dass ich süchtig wurde.

Aber warum liebe ich das Tücher stricken mehr als andere Stricktechniken? Nun, ich kann Wolle in den buntesten Farben und wildesten Musterungen verwenden, weil ein Tuch nur ein Accessoire ist und das darf auffällig sein! Bei einem Pullover hingegen muss man Wolle wählen, die eher schlicht ist und auch kombiniert werden kann. Aber so ein Accessoire kann man immer kombinieren. Außerdem kann ich die tollsten Muster stricken und jedes Tuch sieht ganz anders aus. Genial ist auch, dass es wunderbare Wollmischungen gibt für Lace Wolle. Merino, Alpaka, Seide, Cashmere und vieles mehr! Und weil ich nur einen Strang pro Tuch brauche, sind solche edlen Wollmaterilien auch erschwinglich.

Ich hoffe, euch hat der Einblick in meine Strickgeschichte gefallen! Abschließen möchte ich meinen langen Post mit den Worten: I love lace shawls!

Kommentare:

  1. Das war ein schöner Einblick...Danke...ich stricke nicht so gern Tücher,dafür aber Pullis,Socken... am liebsten mag ich keltische Muster...Zöpfe und dergleichen.
    Einen Pullover habe ich mal vergeigt,für meine Schwägerin,in Lila/Schwarz kariert
    Sie war schwanger und hat mir ihre Grösse nicht verraten wollen.....ich habe glaube ich Grösse 60 gestrickt...naja...schäm...sie hätte darin zelten können...lach..sie trug wohl Grösse 50 mit dem Bauch davor...gründlichst verschätzt....hihi
    Liebe Grüsse
    Patricia

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  2. Hi,
    was für ein schöner Einblick. Meine ersten Socken, in Gr. 45 liegen hier noch immer, unfertig.....Irgendwie wollte diese nie fertig werden, seitdem stricke ich nur Kleinigkeiten, was schnell von der Nadel geht. Aber eigentlich liegt mir das nähen eher....
    Viele Liebe Grüße
    Julia

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  3. Ich stricke sie auch sehr gerne, die Tücher. Bin mir zwar immer noch nicht schlüssig, wie ich sie tragen soll, aber ich stricke sie einfach gerne. Naja, im Grunde stricke ich alles gerne. Angefangen habe ich mit Pullovern, aber jetzt finde ich immer mehr, das mir gefällt.
    Liebe Grüße von Margot

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  4. Durch Nina habe ich auf dein blog gefunden und das freut mich! Deine Gedanken zum Stricken und speziell zu Tüchern finde ich klasse und inspirierend! Danke dafür!

    Liebe Grüße
    Ricarda

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